Sexuelle Flaute

Sexuelle Flaute ist fast nie ein Sex-Thema. Sie ist ein Beziehungs-Thema, das sich am Sex zeigt.

Was ich in der Begleitung immer wieder sehe: Wenn Paare über Sex sprechen, sprechen sie selten nur über Sex. Sie sprechen über Nähe und Distanz, über Stress und Erschöpfung, über Macht und Verletzlichkeit, über ungelebte Wünsche und vergangene Enttäuschungen. Das Bett ist der Ort, an dem sich verdichtet, was sich anderswo schon lange aufgestaut hat.

Paare kommen mit sehr unterschiedlichen Ausgangslagen zu mir:

  • Wann habt ihr das letzte Mal wirklich über Sex gesprochen – nicht im Streit, nicht als Vorwurf, sondern als Frage aneinander? Viele Paare merken, dass sie es seit Jahren nicht mehr getan haben. Der Körper reagiert längst, die Sprache hat aufgehört.

  • Unterschiedliche Libido ist einer der häufigsten Gründe. Meistens ist es kein Problem des Mehr-oder-Weniger-Wollens, sondern ein Problem des Sprechens darüber – wer initiiert, wer ablehnt, wie Ablehnung verstanden wird, was man daraus über die Beziehung versteht.

  • Langeweile oder Routine hat selten mit fehlender Fantasie zu tun, sondern oft damit, dass Sex irgendwann zur Pflicht wurde – etwas, das "auch noch" passieren muss, statt etwas, das man sich gegenseitig schenkt.

  • Körperliche Veränderungen, Medikamente, hormonelle Umstellungen, Verletzungen – Themen, über die viele Paare aus Scham oder Hilflosigkeit gar nicht sprechen.

Ich begleite euch dabei, das Thema aus der Tabuzone herauszuholen. Nicht als Performance-Frage, nicht als "wie oft ist normal", sondern als Frage: Was braucht jede:r von uns, damit Sexualität wieder ein Ort ist, an dem wir uns begegnen wollen – und nicht ein Ort, an dem wir scheitern?

Wenn ihr unsicher seid, ob Beratung bei sexueller Flaute das richtige Format ist: Ein erstes Gespräch bringt meistens schnell Klarheit. Ich arbeite wertfrei, ohne Druck und ohne Bewertung eurer Sexualität – nur mit dem, was ihr mitbringt.

Ein Weißes schwules Paar trauert um den Verlust der gemeinsamen Sexualität.